SPA015 Teenage Superspy Dampfhammer

Chuck Palahniuk - Pygmy bzw. Bonsai

In der 15. Folge (aus irgendeinem Grund war ich der Meinung, es sei schon die 16. :-o) spreche ich mit Daniel über Pygmy (deutscher Titel: Bonsai) von Chuck Palahniuk. Ein sehr schräges Buch, das uns viele Rätsel aufgab. Aber hört selbst.
Dauer: 2:15:00
Mitwirkende:
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Deutsche Ausgabe* Englische Ausgabe*
Cover der deutschen Ausgabe Cover der englischen Ausgabe

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Shownotes:

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12 Gedanken zu „SPA015 Teenage Superspy Dampfhammer

  1. federkralle

    Hallo,
    das war ein sehr spannender Podcast zu einem Buch, für das ich mich sonst nicht interessiert hätte.

    Nach dem Hören des Podcast ist die Geschichte für mich recht eindeutig deine Jugendgeschichte eines Jugendlichen, der sich unverstanden und nicht ernst genommen fühlt und seinen Platz sucht.
    Die Agentengeschichte in seinem Tagebuch ist seine Art mit seinem Problemen umzugehen.

    Neben den schon im Podcast genannten Gründen ist für mich auch die Schilderung der Vergewaltigung des Schulhoftyrannen ein deutliches Zeichen dafür, das es nur in der Fantasie Pygmys geschehen ist.

    Für Ihn steht die Vergewaltigung nur für eine Demütigung des Schulhoftyrannen und hat nichts mit mit realem Sex oder einer echten Vergewaltigung zu tun. Auch bei der anderen Begegnung, wo er diesen zurückweist, geht es nur um die Demütigung dieser Person. Deshalb ist er in seine Fantasie der coole Typ, der das Ganze nur abwickelt und keine Emotionen in die Sache reinlegt. Wenn das in der Realität passiert wäre, wäre die Reaktion wahrscheinlich nicht so eiskalt.

    Das er die Gegner der amerikanischen Kultur in den Zitaten positiv sieht und die Freunde amerikanischen Kultur negativ, ähnelt der Auswahl der anderen Schüler beim UNO-Rollenspiel, die sich ja auch mehr für die Gegner Amerikas begeistern können.

    Nachdem der Schulhoftyrann weg ist und er plötzlich Anerkennung findet, er baut er dies in seine Agentengeschichte ein und führt diese in anderer Weise noch eine Zeit weiter.
    Irgendwann wird diese für ihn unwichtiger und er beendet diese Art, seine Probleme zu bearbeiten.

    Antworten
    1. sthesing

      Hm… dass nicht nur der Agentenhintergrund, sondern auch konkrete erzählte Ereignisse nur in Pygmys Kopf geschehen, hatten wir nicht bedacht.
      Interessanter Ansatz, ich werde, wenn ich das Buch nochmals lese, es mal konsequent im Lichte dieser Annahme betrachten.
      An einer Stelle bricht es sich für mich allerdings: Die beiden Akte der Demütigung dem Schultyrannen gegenüber sind nur Fantasie, aber der Amoklauf und Tod des Tyrannen ist echt? Und auch die Anerkennung, die Pygmy aufgrund seines Eingreifens erfährt ist echt?
      Ich finde, diese beiden Elemente der Geschichte bedingen sich gegenseitig.

      Vielen Dank für Deine Rückmeldung!

      LG Stefan

      Antworten
      1. federkralle

        Der Amoklauf kann real sein oder eine überdrehte Schilderung der Ereignisse.

        Wenn er real ist hatte Pygmy einen positiven Einfluss auf das Ende, aber eher zufällig und nicht durch Agentensuperkräfte.
        Vielleicht hat er den Amokläufer aus dem Konzept gebracht, woduch der sich dann selbst getötet hat.
        So ähnlich wie beim Amoklauf damals im Gymnasium in Erfurt, wo der Amokläufer von einem Lehrer in einen Raum gestoßen wurde und sich dann umbrachte.

        Es könnte jedoch auch sein, dass das Ganze nicht so extrem ausgefallen ist, also das Tyrann nur mit der Waffe herumgeballert hat, Pygmy ihn hat auffliegen hat lassen und der Tyrann die Schule verlassen musste und er so die Schule von ihm befreit hat.

        Für sich selbst hat er das Ereignis umgedeutet, es in seine “Weltsicht” eingepasst, um es zu verarbeiten.

        Seinen Berichten würde ich da nicht als absolute Wahrheit sehen

        Antworten
  2. Lobster

    Tolle Folge! Was für ein durchgedrehtes Buch. Das muss ich dann wohl auch noch mal testen! Habe von Palahniuk noch “die Kolonie” hier liegen und bekomme durch den Cast richtig Bock, mich näher mit ihm zu beschäftigen und weitere Werke zu lesen (man möge mir die Zeit dafür schenken 😉 )
    Spätestens seit Halls “The Raw Shark Texts” bin ich ein großer Freund des uncertain narrator und verzweifle derzeit am magnum opus “House of Leaves”.
    Zumindest habt ihr mir mit den 2 Stunden wieder einen Motivationsschub für diese teilweise auch anstrengende Literatur gegeben.
    Allein die entwickelten Gedanken im Nachgang des Inhalts waren wieder eine Bereicherung. Die to-read Liste wird immer länger, aber macht bitte mit diesen geilen Podcasts weiter! Phantastisch!!!

    Antworten
    1. sthesing

      Hui, da haben wir wohl einen Treffer bei Dir gelandet 🙂
      Schön, dass es Dir gefallen hat, danke für das dicke Lob!

      LG Stefan

      Antworten
  3. Vorgedacht (@Vorgedacht)

    Sehr coole Folge! Ich habe (einmal mehr) Lust, auch dieses Buch zu lesen. In seiner Schräg- und Verstörtheit erinnert es mich sehr an Vernon God Little. Wäre vielleicht auch etwas für die Liste … ?!

    Antworten
    1. sthesing

      Schön, dass es Dir gefallen hat. Vernon God Little kenne ich noch nicht. Klingt aber so, als sei das was für mich. Wenn ich so was in Beschreibungen lese: “Fifteen-year-old Vernon Little narrates the first-person story with a cynical twang and a four-letter barb for each of his diet-obsessed townsfolk.”, werde ich ja hellhörig 🙂
      Danke für den Hinweis, das landet jetzt zumindest mal auf meiner Leseliste.

      Antworten
  4. Rainer

    Sehr schöne Folge! Leider habe ich sie erst gestern gehört, so dass es für eine Diskussion in den Kommentaren vielleicht zu spät ist.

    Die Nacherzählung hat mich sehr an einige Filme von Gregg Araki erinnert, insbesondere Nowhere und Kaboom — ich kann nicht genau beschreiben warum, aber die Filme bewegen sich auch in einer jugendlichen Kultur (College) und die Stories werden mit der Zeit auch immer abgefahrener.

    Was ich bei Gregg Araki sehr schätze ist das Timing in den Filmen, so dass es sich schon fast zu einem Drogen-Trip entwickelt. Bei Büchern ist es natürlich schwieriger, aber ich frage mich, ob dieses Buch vielleicht auch in diese Richtung geht, insbesondere auch aufgrund der sprachlichen Komponente.

    In jedem Fall hat mich diese Folge aber angefixt, das Buch zu lesen.

    Antworten
    1. Stefan Beitragsautor

      Hallo Rainer,

      auf keinen Fall zu spät!
      Die Filme von Araki kenne ich nicht, aber es klingt danach, einen Blick wert zu sein. Danke für den Tipp!

      Und viel Spaß beim Lesen 😉

      Beste Grüße
      Stefan

      Antworten
  5. David

    Für mich wird aus der Geschichte ein Schuh, wenn man bedenkt, dass es sich eben um Depeschen nach Hause handelt, bei denen ich davon ausgehe, dass er diese weniger seinen Eltern sondern eher seinen Auftraggebern zukommen lässt – sonst würde er sicher die Vergewaltigung z.B. verschweigen. Meine Theorie geht wie folgt: Das Buch endet damit, dass er seinen Auftraggebern sagt, dass er jetzt in den USA bleibt und da happy ever after leben will. Entsprechend inszeniert er sich in der Geschichte. Während er anfangs ja eher tappsig daherkommt und nichts auf die Reihe bekommt, zeigt er immer stärker, was für ein tougher Kerl er ist. Erst zeigt er dann seine Stärke, als er sich den Bully unterwirft – Vergewaltigung als stärkste Form, sich jemand anderen zu unterwerfen – über die Rettung beim Ball, die “gerechte Rache” am Pfarrer bis dahin, dass er all seine Mitagenten umbringt. Die Botschaft dahinter: Ihr Auftraggeber mögt mich für einen schwächlichen Idioten gehalten haben, aber unterschätzt mich bloß nicht. Ich habe mittlerweile kaltblütig gemordet und es mit allen anderen Agenten aufgenommen, dazu auch meinen Bruder schon in der Kampfkunst ausgebildet. Glaubt also garnicht erst, dass ihr etwas gegen mich ausrichten könntet und lasst gleich die Finger von mir, jeder Versuch mich von hier wegzuholen ist zwecklos! (eher spontan entstanden als bis zum Ende durchdacht, aber für mich vorerst befriedigend ^^)

    In der Kostümwahl der Schüler bei der UN spiegelt sich für mich übrigens weniger eine Verachtung der exotischen Länder, sondern wird vielmehr das Klischee bedient, dass Amerikaner ausser der Lage ihrer eigenen Bundesstaaten angeblich überhaupt keine Ahnung über andere Länder haben. Da ist es dann so rudimentär, dass ihnen nichts besseres einfällt, als sich bei exotischen Ländern eine Ananas als BH anzuziehen.

    Auch ich fand Fight Club jetzt nicht SO grandios, habe aber auch nur den Film gesehen. Nach ca. 40 Minuten Film habe ich schon zu meinem Kumpel, der ihn mir empfohlen hatte, getuschelt: “paranoid schizophren” – und lag damit ja nicht sehr weit daneben, auch wenn man nach ICD10 wohl eher von multipler Persönlichkeitsstörung sprechen würde… Aber der “Normalbürger” wirft das ja eh ständig durcheinander.
    Aber gleichzeitig finde ich die unterschwellige Message dahinter auch ganz sympathisch. Für mich sagt es vor allem: Normal gibt es nicht, irgendwie und auf irgendeine Weise sind wir alle Verrückt und kleine Spinner. Jeder eben auf seine Weise.

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  6. Ranthoron

    Hm – warum ist noch keiner darauf herumgeritten, daß sich “Pygmy” fast wie “pick me!” (also “nimm mich!”) anhört? Das geht mit “Bonsai” natürlich verloren…

    Antworten

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