SPA023 Identität in drei Akten

John Scalzi - Old Man's War (deutsch: Krieg der Klone)

In der 23. Folge spreche ich mit Daniel über Old Man's War von John Scalzi. Ein Buch, das mir den Glauben an Science Fiction mit Aliens und Raumschiffen zurückgegeben hat. Es ist die erste Folge, in der das neue Equipment, das ich mit Euren Flattr- und Paypal-Spenden für Daniel gekauft habe, zum Einsatz kommt. Ich hoffe, man hört es. Viel Spaß beim Hören!
Dauer: 2:57:20
Mitwirkende:
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Englische Ausgabe Deutsche Ausgabe
Cover der englischen Ausgabe Cover der deutschen Ausgabe

Shownotes:

Ohne Daniel gäbe es diese Folge nicht! Wenn Ihr ihm was Gutes tun wollt, klickt auf seinen Flattr this-Button oder kauft ihm Bücher!

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27 Gedanken zu „SPA023 Identität in drei Akten

  1. BigMcIntosh

    Vielen Dank für die spannende und interessante Episode. Mir gefällt bei euch ja immer am Meisten der Ansatz die Frage “Worum gehts wirklich” zu stellen. Ich würde mir ja wünschen dass mehr Podcasts sich auf eine Solche Weise den Themen nähern, also auch mal über Filme, Serien Etc.
    Gerade bei Dr Who hab ich n Fast jeder Episode so einen Moment von “Wirklich gehts hier aber doch um …”.
    Ich hätte mal noch zwei Fragen:

    1. Holgi hatte mal die These aufgestellt: Es gibt eigentlich Grundlegend nur 10 Stories, Zwar mit verschiedenen Details in Jeweils anderem Setting, aber es lässt sich in der Regel alles auf 10 Grundstories runterbrechen (so hab ichs zumindest verstanden) Wie seht ihr das?

    2. Wie kommt ihr auf die Bücher die ihr lest?
    Das Problem was ich habe ist es gibt so unheimlich viele Bücher und es kommen pro Jahr auch wansinnig viele neue Bücher Raus. Wie stoßt ihr auf Bücher und Selektiert daraus, welches euch gefallen könnte und welches nicht. Es gibt halt auch ziemlich viel Schundlektüre und Groschenromane.

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    1. Stefan Beitragsautor

      Schön, dass Dir unser Ansatz gefällt. Zu Deinen Fragen:

      1. Grundsätzlich hat er da recht. Everything is a remix. In so ziemlich jeder Geschichte tauchen Elemente auf, die wir aus anderen Geschichten kennen: die rebellische Prinzessin, der jugendliche Liebhaber usw. usw. Wenn jemand versuchen würde, eine Geschichte zu erzählen, die ohne diese Elemente – sogenannte Topoi (engl. Tropes) – auskommt, wäre sie wohl a) langweilig und b) hätten wir Schwierigkeiten, sie überhaupt als Geschichte zu erkennen.
        Mit Zahlen ist es natürlich schwierig. Ich sehe das ganze lieber anders: Aus diesen Elementen lässt sich eine Vielzahl von Geschichten zusammenkombinieren, die alle auf die eine oder andere Art miteinander verwandt sind. Es kann spannend sein, Tropes miteinander zu kombinieren, die selten zusammen verwendet werden. Es kann interessant sein, eine ganz häufige Verbindung von Tropes zu verwenden und trotzdem etwas neues daraus zu machen (davon geht meines Erachtens z.B. der Reiz der drei klassischen Star Wars-Filme aus), und so weiter…
        Der Reiz für mich als Leser geht davon aus, ob es ein/e Autor_in schafft, mir eine Geschichte zu erzählen, die mich berührt, bei der mir die Charaktere nicht egal sind, und die – (worum geht’s wirklich) – Gedanken enthält, die ich womöglich auch außerhalb dieser Geschichte gebrauchen kann.
        Hör Dir z.B. mal SPA002 über die Eragon-Reihe an. Die Elemente, die Christopher Paolini da verwendet, sind bekannt. Sogar ihre Reihenfolge ist bekannt. Aus Star Wars. Und dennoch ist das eine packende und eigenständige Geschichte, die es sich zu lesen lohnt.
        tl,dr: Es gibt undendlich viele Geschichten, keine steht für sich allein und dennoch ist jede einzigartig.
      2. In meinem Fall ist es eine Mischung aus
        • Büchern, die mir Leute empfohlen haben, die einen ähnlichen Geschmack haben wie ich (Goodreads eignet sich da auch),
        • Büchern von Autoren, von denen ich schon etwas gelesen habe, das mir gefiel
        • Büchern, die in Büchern, die mir gefallen haben, erwähnt wurden
        • Bücher, deren Titel und Klappentext mich anspricht

        Inzwischen nimmt auch der Anteil Empfehlungen von Hörer_innen einen wesentlichen Teil ein.

      Vielen Dank für dein Feedback!

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  2. Pingback: Vorhersage Freitag, 03.05.2013 | die Hörsuppe

  3. Teomann

    Nach den ersten 30 Minuten so auf den Geschmack gekommen das ich den Podcast gestoppt hab und direkt das Buch im Kindle gekauft habe.

    Freu mich schon auf den Rest vom Podcast wenn ich mit dem Buch durch bin.
    Danke für die Empfehlung.

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  4. Andreas Abendroth

    Hallo,

    ich habe da mal zwei Fragen zum Buch:

    1.) Wenn die Kolonialarmee schon ihre Kämpfer klont und diese, siehe Special Forces, nicht mal mit den Originalen beseelen muss, warum schafft sie sich nicht einfach eine Klonarmee?

    2.) Wenn die Soldaten ihre neuen Körper ausprobieren, so zwischenmenschlich, hat das Folgen? Können zwei Klone also Kinder zeugen?

    Und zum Film “Die Insel”: Ich fand den Film nicht schlecht, gute Unterhaltung.

    Andreas

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    1. Stefan Beitragsautor

      Hi Andreas,

      zu 1): Auf die Frage, warum sie nicht ihre ganze Armee mit Special Forces betreiben, gibt der erste Band keine Antwort. Es könnte aber damit zu tun haben, warum sie Senioren rekrutieren. Sie wollen Soldaten mit der entsprechenden Lebenserfahrung. Kurz gesagt: Wenn Du erlebt hast, wie Deine Kinder erwachsen werden, nimmst Du Dich nicht mehr so wichtig.

      zu 2): Nein, die neuen Körper sind steril.

      Zum Film: Das ist gut, dann hat es ja doch einen Sinn, dass der Film existiert 😉

      Danke für’s Feedback!

      Antworten
      1. Andreas Abendroth

        Hallo Stefan,

        danke für Deine schnelle Antwort. Das mit der Lebenserfahrung macht Sinn.

        Andreas

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    2. Insanepony

      Es scheint auch so zu sein, dass es beim Klonen ethische wie rechtliche Einschränkungen gibt. Nach dem Star Wars Prinzip einen Menschen sehrvielfach zu klonen würde dazu führen, dass die Klone nicht mehr als vollwertiges Individuum der Gesellschaft angesehen werden. Sowohl bei den Senioren in Klonkörpern als auch bei den Special Force Soldaten ist dieses Problem umgangen, da sie zu jedem Zeitpunkt die einzige Person mit diesem speziellen genetischen Profil sind.

      Im zweiten Band wird außerdem erwähnt, dass es zu schwerwiegenden psychischen Problemen führen kann, wenn einem Menschen klar wird, dass er als Kanonenfutter und aus keinem anderen Grunde gezüchtet worden ist. Das führt wohl schon bei den Special Force Leuten manchmal zu Problemen. Eine ganze Armee mit derartigen Komplexen wäre vermutlich zu labil.

      Die Seniorensoldaten auf der anderen Seite haben sich freiwillig verpflichtet zu kämpfen, und wohl auch das Gefühl mit den neuen Superkörpern hinreichend entlohnt worden zu sein.

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      1. Stefan Beitragsautor

        Ah, sehr cool. Hat er sich gut ausgedacht, der Mr. Scalzi. Danke für die Info.

        Wird echt Zeit, dass ich die anderen Bücher lese.

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  5. Yurana

    Wie immer eine tolle Folge. Und wie nach fast jeder Folge steht mindestens ein neues Buch auf meine to-read Liste. Da ist es gut, dass ihr mich gleich auch auf Goodreads aufmerksam gemacht habt, um den Berg an zu lesenden Büchern auch zu verwalten ;).

    Ich wollte egtl. auch nur anmerken, das ich mich schon sehr auf die Inhaltszusammenfassung freue, wenn ihr euch dann mal an die Illuminatus Trilogie heranwagt.

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  6. Pingback: Rund um… Podcast » Rund um… 084: Rundumschlag (in kurz)

  7. Alex Wendt

    Moin,

    ich möchte mich für den Cast bedanken. Er ist sehr schön und hat mir Interessante neue Bücher nahe gebracht.

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  8. Pipixia

    Hallo Ihr zwei,

    Super Folge! Vielen Dank! Ich lese gerade die Ringworld-Serie von Larry Niven. Ich glaube, das wäre auch was für euch 🙂

    Weiter so!

    Gruß,

    ppx

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  9. David

    Kurzer Spontan-Gedanke:

    Ich würde davon ausgehen, dass in den folgenden Büchern thematisiert wird, dass dieser Startrek-Gedanke “wir als Menschen sind alle gleich” auf diese Welt eben nicht zutrifft. Klar kommen alle irgendwann ins Weltall, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass die Menschen aus Indien und China vor ihrer Umsiedelung auch so upgegradet werden, schließlich sind die ja vor allem dafür da, Nachwuchs zu zeugen und die Kolonien zu besiedeln. Die “privilegierten”, die sich nach 10 Jahren Kriegsdienst mit ihren neuen geklonten Körpern theoretisch ein schönes Leben führen können, scheinen mir doch eher auf ein Trope alla Animal Farm – manche Menschen sind gleicher – hinauszulaufen. Vielleicht ist es auch genau das, was der Protagonist feststellen wird, wenn er sich auf seine Farm zurückzieht. Jedenfalls fällt es mir schwer, an eine Überwindung von Rassismus zu denken, wenn die “besiegten” Menschen eine deutlich “untergeordnete” Rolle von der Kriegsagentur (man merkt, ich kann mir keine Namen merken) zugewiesen bekommen.

    Antworten
    1. Stefan Beitragsautor

      Der Gedanke, den du da aufmachst, stimmt. In den weiteren Büchern wird diese künstliche Diversifizierung der Spezies Mensch durchaus zum Thema. Vor allem die Special Forces Soldaten und ihre ganz eigene Kultur bekommen da ganz schön Raum.

      Das mit den Kolonisten erster und zweiter Klasse stimmt so allerdings nicht. Wenn du dich nach 10 Jahren entschließt, den Militärdienst an den Nagel zu hängen und Kolonist zu werden bekommst du einen genetisch unmodifizierten Körper. Das ist besonders für die Special Forces Soldaten einer der wesentlichen Gründe, warum sie eigentlich nie in den Ruhestand gehen. Ohne BrainPal und die geistige Verbindung mit ihren Platoon-Mitgliedern zu leben, ist für die meisten unvorstellbar.

      Danke für dein Feedback!

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  10. Lichtecho

    Ich würde gerne etwas anmerken zu der Frage: Wer sind wir und wer sind die anderen und wen bekämpft man am liebsten? Konrad Lorenz führt in seinem Buch “Das sogenannte Böse” aus, dass die Emotion Aggression, die für einen Soldaten ja nicht unwesentlich ist, nur innerartlich erlebt werden kann. Kurz gesagt: Eine Katze spielt mit der Maus und hasst die Nachbarskatze. Also obwohl die Katze die Maus frisst, gilt ihr der Spieltrieb. Die Aggression empfindet die Katze höchstens gegen den Artgenossen, der in der Regel nicht gefressen wird. So ist es auch mit den Aliens: Wenn eine Intelligenz als Schimmelpilz auftritt, können wir keine Aggression gegen diese Aliens empfinden. Sie sind uns zu fremd. Wir behandeln die Frage, wie wir Schimmel loswerden, rein technisch. Wir sind nicht aggressiv gegenüber Schimmel. Wenn aber eine Alienrasse viel mit uns gemeinsam hat, kommt zu der technischen Frage noch die Aggression hinzu. Wir behandeln diese uns ähnliche Alienspezies im Grunde wie einen verfeindeten Artgenossen. Ein Artgenosse, der vielleicht noch durch eine Abweichung für die Propaganda stigmatisiert werden kann, wie “die gelbe Gefahr” im Vietnamkrieg.

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  11. Lichtecho

    Ach und noch etwas: Ich habe das Buch noch nicht gelesen, werde es aber dank Eurer Begeisterung tun. Mich hat die Beschreibung auch sehr an Haldemanns “Der ewige Krieg” erinnert. In “Der ewige Krieg” werden die astronomischen Distanzen und die relativistischen Effekte beim Flug zu den Schlachtfeldern korrekt wiedergegeben. Das führt dazu, dass die Regierung auf der Erde seit Jahrzehnten nicht mehr existiert, wenn die Soldaten den Befehl zum Kampf in einem weit entfernten Sonnensystem ausführen. Dieser totale Verlust an Zusammenhang zwischen der Heimat für die man kämpft und dem eigentlichen Kriegsschauplatz war eine der Erfahrungen des Vietnamveteranen Haldeman. Man führt einfach einen Befehl aus, der seinen Sinn schon vor Jahren verloren hat.

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  12. ABMGW

    Hallo, ich wollte nur kurz sagen:

    Ich finde euren Podcast unfassbar gut, und ich wurde auch in dieser Episode gut unterhalten, aber: Ich verstehe nicht warum Scalzi im allgemeinen und dieses Buch im besonderen so hoch gehypt werden. Für mich war das alles bestenfalls simplifiziert, und der Humor, sollte des denn welchen gegeben haben, war bestenfalls unbeabsichtigt.

    Und die Aussage, das John Scalzi hier nicht nur ein Meisterwerk geschaffen hat sondern dem ganzen Grene neues Leben eingehaucht hat, das schockt mich gerade zu.

    Ich hab aus diesen Grund selber ein paar Podcasts aufgenommen, die unter dem Motto stehen “Titten und explodierende Raumschiffe”, in dem ich den Beweis zu erbringen versucht, das das Grene mit Raumschiffen, Lasern, Alien etc keinesfalls tot ist, und das es bessere Autoren gibt als Scalzi die auch bessere Geschichten schreiben.

    (ABMW 42 – 45, mit Bücher von Vinge, Watts, Banks, Leckie, Hamilton und Weserfeld)

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