SPA050 Schein und Sein

Peter S. Beagle - The Last Unicorn

In der 50. Folge spreche ich mit Daniel über "The Last Unicorn" von Peter S. Beagle. Viel Spaß beim Hören und Lesen!
Dauer: 3:06:21

Mitwirkende:
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Stefan
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Daniel
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9 Gedanken zu „SPA050 Schein und Sein

  1. Oliver

    Hallo ihr beiden,
    Ihr habt wieder eine ganz großartige Folge abgeliefert. Das letzte Einhorn begegnete mit im Kino in dem Jahr, in dem der Film erschien. Ich war damals hin und weg. Alles, was ich damals intuitiv irgendwie erfasst habe, zugegebenermaßen aber nicht verstand, habe ihr heute sprachlich Ausdruck verliehen. Vielen Dank!
    In dem Zusammenhang fällt mir eine chinesische Weisheit ein, die geht etwa so: „Ein Glockengießer erhielt den Auftrag, eine Glocke zu fertigen. Er machte sich ans Werk mit der Vorfreude darauf, wie viel Ruhm und Ehre er damit erringen würde. Das Werk misslang, die Glocke wurde nicht. Er begann erneut und machte sich ans Werk mit dem Gedanken, wie viel Freude und Liebe er bei jenen erzeugen werde, die den Klang der Glocke vernehmen. Die Glocke misslang. Beim dritten Mal konzentrierte er als sein Können darauf, seine Erfahrung und seine Kraft als Glockengießer in das Werk fließen zu lassen. Die Glocke misslang abermals. Dann ging er hin und besann sich einfach darauf, eine Glocke zu machen. Und sie gelang.“
    Oliver 😉

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  2. ABMGW

    Eine schöne Folge, nur eine Anmerkung:

    Als ich das Buch gelesen habe musste ich bei Haggart an die Albigenser denken, diese religöse Spittergruppe aus dem Mittelalter. Leute die mit der Welt nichts mehr anfangen konnten. Haggart ist auch so einer: er ist dem weltlichen Leben nicht (mehr) verbungen, das einzige was ihn glücklich macht sind die Einhäuner, und die wiederum sind, naja, sagen wir mal, nicht wirklich weltliche Geschöpfe sondern Verkörperungen astraler Eigenschaften: Perfektion, Unsterblichkeit, alles was Gut und Rein ist.

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  3. Jonas

    Schöne Folge!
    Da es ja immer mal wieder darum geht: wie zur Hölle hält man diese Unendlichkeit aus – Eine Serieempfehlung mit The Good Place. Da basteln sie am Ende eine ganze elegante Lösung für das Prolem.

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    1. Daniel

      Oh ja, the Good Place ist eine exzellente Variante auf das ganze Unsterblichkeitsthema (abgesehen davon, dass es die beste Kombination von Sitcom und Grundkurs Philosophie ist, die ich kenne… ?).

      Danke für‘s Hören und Kommentieren!

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  4. Kajashka

    Vielen Dank für diese inspirierende Folge.
    Anschließend habe ich mich durch diverse Romanausgaben, alle mit unfassbar kitschigen Covergestaltungen, gewühlt und eine Ausgabe bestellt, weil ich es nun unbedingt selbst lesen möchte.
    Das scheint auch ein Problem zu sein, von vielen die den Film nicht mögen, sie bekommen es nicht hin, generös den Kitsch eben Kitsch sein zu lassen und auf das dahinter zu gucken.

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  5. Dmitry

    Sehr spannende Folge, da hat sich das Warten gelohnt 🙂

    2 Fragen hätte ich aber noch:

    – Ihr habt von einer Nymphe (?) die am Hof ist erzählt, und irgendwas war mit der, und der König sagt dann dass er die ganze Zeit gewusst hatte was sie ist. Ich glaube ich habe verpasst wie das ganze dann ausgegangen ist.

    – Wird erzählt was denn die Situation oder der Zustand ist was einem die Einhörner sehen lassen lässt? Was haben Mädchen mit einem Tyrann gemeinsam frage ich mich, beide können ja anscheinend die Einhörner sehen.

    Allgemein scheint es mir als wären in diesen Buch viele offene Fragen, was das ganze faszinierend macht, so ähnlich wie ein Einhorn 🙂

    Danke für die schöne Folge.

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  6. David

    Mein erster Gedanke, als ihr von der Vereinbarung zwischen dem König und den Räubern erzählt habt: PRATCHETT! Der Patrizier von Ankh Morpork begrenzt Raub dadurch, dass er sie an sich bindet und ihnen Raub-Quoten erlaubt. Natürlich noch zehnmal ausgefuchster, aber die Analogie kam mir sofort.

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  7. David

    Ich glaube es ist sehr wichtig zwischen dem zu unterscheiden, was man heute vermutlich am ehesten als funktional und nicht mehr funktional depressiv beschreiben würde. Wenn ich nicht mehr die Kraft aufbringen kann, mich aus dem Bett zu schälen und um mich selbst zu kümmern ist die Sache ziemlich klar. Wenn ich aber eigentlich mein Leben hasse, mir 2mal die Woche Suizidgedanken aus dem Kopf trinke, aber immer noch zu meinem sinnlosen Mindestlohn Job gehe, mich zu mindest hinreichend wasche dass es meine Kollegen nicht stört und meine Miete regelmäßig abgebucht wird ist es keine wirkliche Depression in vielen Augen, weil man ja noch den Ansprüchen der heutigen Lebenswelt genügt. Was für ein Rattenschwanz dahinter steckt ist vordergründig egal und wird von den Menschen auch so gut wie möglich im Verborgenen gehalten, was einen informierten Diskurs darüber sehr schwer macht. Trotzdem sollten wir uns dieser Subrealität deutlich bewusster werden.

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  8. Beethoven

    Hallo von einem langjährigen Fan eures Podcasts. Bin schwer beeindruckt wie ihr über so viele Jahre konstant guten Content liefert. Hab so viel von euch gelernt und genossen, danke! Ihr macht das richtig gut. Ihr seid supi! Stempel bumm!

    Zur Folge: kenne weder Buch noch Film, ist an mir (35,m) vorbeigegangen. Von eurer Erzählung kam es mir wie eine Coming of Age Story vor. Einhorn als junges Mädchen im Übergang von Kindheit zu Pubertät und der neuen Frage, gibt es eine Welt jenseits der kindlichen Unschuld und Einheit. Wo sind denn meine Freunde alle hin, die nicht mehr mit mir spielen sondern mit Jungs abhängen…

    Der Prinz, Räuberchef, seine Frau und Schmendrick haben das Erwachsenwerden jeweils nicht gut geschafft, tragen ihre pubertären (Allmachts- und Helden)Fantasiebilder vor sich her, und sie bekommen in der Erzählung erst die Realitätsdusche des Erwachsenwerdens und erlernen die Akzeptanz welchen Platz sie in der Welt einnehmen können.

    Für Mommy Fortuna und den König ist es zu spät. Den König stelle ich mir als lüsternen alten Typ vor, der gegen das Altwerden ankämpft. Das Wogen des Meeres mit den Einhörnern hatte für mich eine heftige Assoziation von GV. Und noch so viele junge Mädels können ihn nicht mehr glücklich stimmen oder jünger machen. Der rote (Periode?) Bulle, der die Mädchrn einsammelt, sieht mir aus wie ein Symbol für zügellose Lust.

    Nichtsdestotrotz, eure feingeistigere Interpretation hat mir einiges gegeben, weil diese Aspekte (Wut, Nirvana) hab ich beim zuhören gar nicht so sehr wahrgenommen.

    In diesem Sinne, danke und viele Grüße

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